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Im Krankenhaus Bethanien

Krankenhaus Bethanien

Finanz-Spritze half Kranken
Vor 90 Jahren starb "Engel von Hörde"

Mit ihrer Spendenfreudigkeit und der ihrer Schwester Adolphine hat Henriette Wallrabe, von den Hördern "Engel von Hörde" gennant, bei der Gründung des Krankenhauses Bethanien einen großen Beitrag geleistet und damit spürbar bei der Förderung der Anfänge des Gesundheitswesens in ihrem Ort geholfen.
Henriette Wallrabe starb vor 90 Jahren, am 26. September 1888.

Der Schriftsteller Karl Alt berichtet:
Als 1866 in Hörde die Cholera wütet, die sich nach dem Krieg zwischen Österreich und Preußen verbreitete, gab es noch keine Krankenhäuser in Hörde mit technischen und medizinischen Errungenschaften, wie wir sie heute kennen. Für Schwerkranke hatte man Notunterkünfte errichtet, die aber die meisten Kranken wegen Platzmangels nicht aufnehmen konnten. Die Betreuung mußte daher in der Wohnung geschehen. Die Pflege in den Notunterkünften, zu denen auch die im Volksmund sogenannte "Arche" an der Graudenzer Straße gehörte, führten zu dieser Zeit noch unausgebildete Kräfte aus.

Kurz vor der Choleraepidemie, 1865, befaßten sich die christlichen Gemeinden mit dem Vorhaben, ein Krankenhaus zu unterhalten. 1865 mietete die evangelische Gemeinde das Haus an der Weingartenstraße 5. Für dieses notdürftig hergerichtete Krankenhaus stellten Henriette und Adolphine Wallrabe ihre Barmittel zur Verfügung.
Schon nach einem Jahr mußte das Pflegepersonal, zwei Diakonissen und ein Pfleger, um Verstärkung bitten. Die Cholera nahm sie in ihrem Dienst übermäßig in Anspruch. In einem Telegramm vom 4. Oktober 1866 an die Diakonissenanstalt Düsseldorf-Kaiserswerth bittet Bethanien um Hilfe mit dem Text "Cholera nimmt zu. Schwestern erliegen der Pflege. Bitte noch eine Schwester und einen Wärter." 1869 konnte Bethanien an der heutigen Aldinghofer Straße, mit 50 Betten und einer Badewanne ausgestattet, in Betrieb genommen werden. Erst 28 Jahre später schaffte man den Operationstisch an, und 1902 löste die Gasbeleuchtung die Petroleumlampe ab.

Am 18. August 1903 schließlich wurde der Grundstein des heutigen Krankenhauses Bethanien gelegt. Die beiden Wohltäterinnen Henriette und Adolphine Wallrabe haben ihre letzte Ruhestätte im Stadtpark. Der Grabstein nimmt vor der Trauerhalle des evangelischen Friedhofes einen würdigen Platz ein.

Ruhr-Nachrichten, 28.09.1978
Henriette Adolphine Elisabeth Meyer geb. Wallrabe, geboren am 8. Juli 1811 in Hörde, gestorben am 26. April 1888 in Rünthe bei Kamen
Johanna Henriette Elisabeth Wallrabe, geboren am 30. April 1817, gestorben in Kaiserswerth, verheiratet mit Justizrat Otto Meyer in Düsseldorf